Merscheider Männergesangverein 1861 e.V.

aus dem Fürstentum Merscheid

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Ein Auszug der Geschichte des "Merscheider Männergesangverein 1861 e.V."
(weitere Informationen erhalten Sie aus dem Findbuch des Stadtarchivs Solingen: http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=147&tektId=221&id=084 )

In der französischen Besatzungszeit unter Napoleon entstand 1808 die  Bürgermeisterei Merscheid, die 1891 in Ohligs umbenannt wurde. Der erste hier gegründete Männergesangverein trug den Namen:

"MERSCHEIDER MÄNNERGESANGVEREIN"

Die Gründungsunterlagen sind trotz umfangreicher Nachforschungen bei der Stadtverwaltung Solingen, im Stadtarchiv und anderen Stellen nicht mehr auffindbar. Erst durch den Zufallsfund der Vereinsfahne mit der Aufschrift "Merscheider Männergesangverein, gestiftet 1862" wurde das Gründungsjahr auf 1861 festgelegt und vom "Deutschen Sängerbund" sowie den Behörden anerkannt. Der Verein wurde damals von sangesfreudigen Männern in Merscheid im Lokal "Weckshäuschen" gegründet, dessen Inhaber Daniel Weck hieß und selbst aktives Mitglied des Vereins war. Das Gründungslokal war in einem Haus an der heutigen Merscheider Straße - Ecke Geibelstraße, gegenüber der späteren "Kaiser´s Schmette" am Fürker Irlen. Die Gastwirtschaft hatte im Obergeschoß einen Saal und seit 1887 eine Kegelbahn, wurde jedoch 1925 in ein Wohnhaus mit Ladenlokal umgebaut. Aus den Anfangsjahren sind uns noch einige Gründernamen bekannt: Walter Kamphausen, Hermann Kamphausen, (Garzenhaus) Franz Hartkopf, Otto Rüttgers, Carl Rüttgers, Karl Weyrauch, (1.Vorsitzender) Ernst Klaas, Robert Faßbender, Karl Weber und Robert Weck (alle aus Merscheid) Louis Jansen (Ohligs) August Brune (Weyer) deren Nachkommen teils in der weiteren Vereinsgeschichte vorkommen oder zum Teil noch im Merscheid - Ohligser Raum wohnten. 

 vereinsgruender
Walter Kamphaus (Vereinsgründer), Robert Weck gennant Weck's Kruss
und Louis Jansen (Mitglieder der ersten Stunde); von Links nach Rechts 

 

 


Wie schon diese wenigen Namen erkennen lassen, wohnten nicht alle Mitglieder im engeren Merscheider Bereich, sondern auch in Ohligs und Weyer. Wenn man bedenkt, daß die damalige Wochenarbeitszeit in der Regel 60 Stunden betrug, es keine öffentlichen  Verkehrsmittel gab und die Sänger trotzdem oft von der Arbeit zur Singstunde eilten, muß man den alten Sangesbrüdern volle Anerkennung zollen.

Laut Anzeige vom 1. Mai 1863 im "Bergischen Volksblatt" finden wir als erstes öffentliches Auftreten eine Mitwirkung am 3. Mai 1863 beim damaligen Gesangverein "Bergischer Liederkranz Limminghofen". Schon ein halbes Jahr später, am 15.November 1863 findet im damaligen Vereinslokal "des Herrn Karl Stader" (später Hotel Kaisergarten) Merscheid, ein Stiftungsfest "durch Conzert und Ball" statt. Am 24.April 1864 konzertiert der Verein zugunsten der in Schleswig-Holstein kämpfenden Soldaten der Gemeinde Merscheid. Ein Auszug aus dem Etatbericht der Bürgermeisterei Merscheid schreibt hierzu u.a.:

"In folge des zwischen Preußen, Österreich u.a. gegen Dänemark ausgebrochenen Confliktes wurden Ende vorigen und Anfang diesen Jahres 19 Reservisten und Landwehrmänner, von denen 6 verheiratet waren, einberufen. Es bildete sich ein Comite zur Unterstützung der zurückgebliebenen Angehörigen, sowie auch, um den Kämpfenden von Zeit zu Zeit eine Ehrengabe zukommen zu lassen.
Die vom Comite angestellte freiwillige Sammlungen incl. eines später arrangierten Concertes, und der Ertrag eines Concertes des - hiesigen Männergesangvereins lieferten eine Gesammteinnahme von 674 Thlr. 5 Sgr. 6Pf."


In den nachfolgenden Jahren finden wir in fast gleichmäßigen Abständen von Jahr zu Jahr veranstaltete Stiftungsfeste und Konzerte mit Ball bis zum Jahre 1900. jedoch in der Zeit von 1868 bis 1873 scheint der Verein eine Pause eingelegt zu haben (evtl. durch Kriegseinwirkung), da in dieser Zeit weder im Solinger Kreis- und Intelligenzblatt noch im Bergischen Volksblatt eine Veranstaltungs -voranzeige  oder eine Kritik über Konzerte erscheint. Erst 1873 beginnt wieder die Kette der Veranstaltungen. Als neuer Dirigent tritt Friedrich Hartkopft uf den Plan, ein Name, der um diese Zeit durch das Quartett der Gebrüder Hartkopf weit über die Grenzen Solingens hinaus bekannt wurde. Ein weiterer Bruder, W.Hartkopft, komponierte das Berg. Heimatlied "Wo die Wälder noch rauschen". Unter der Leitung von Friedrich Hartkopft nahm der Chor auch im Jahre 1879 an einem Gesangswettstreit des Solinger Sängerbundes teil, hierzu schreibt die Press wie folgt:

"Der Merscheider Männergesangverein gehört zu den tüchtigen und strebsamen Vereinen des bergischen Landes. Er hat in diesem Jahr 17 Mitglieder und errang damit den ersten Preis und eine goldene Medaille."


Mann kann hier nicht von einem starken Chor sprechen, jedoch muss das Stimmenmaterial dieser 17 Sänger hervoragend gewesen sein, um überhaupt ein derartigen Erfolg erringen zu können. Der Chor sang u.a. das Chorwerk "Morgenlied" von Julius Rietz in einem 8-stimmigen Satz.

Um die Zeit des 25.jährigen Bestehens schein es eine Kriese im Verein gegeben zu haben. Dirigenten wurden gewechselt, Friedrich Hartkopf erscheint nicht mehr. Zwischenzeitlicher Chorleiter war ein Herr Schuster, dann folgte für lange Zeit Willi Lorent aus Köln, ihm folgte Karl Beines, ebenfals aus Köln und zum Schluß Franz de la Motte. Entsprechend den Chorleiter vollzog sich auch mit dem Vereinslokal verschiednetlich ein Wechsel, es werden das "Weckshäuschen" undter verschiedenen Inhabern, Karl Stader (später Hotel Kaisergarten und jahrzehntelang unser Vereinslokal), Ernst Witte vorher Gebr. Witte etwas ab 1895 am Bahnhof Ohligs Rathaus- straße 1, später Hotel Victoria welches im Februar 1986 angerissen wurde, sowie Robert Weck genannt. Ende der achziger Jahre droht der Verein vermutlich durch nun auftretende Einflüsse der Gründerzeit fast endgültig auseinanderzufallen. Es führt zum Absprung vieler und maßgeblicher Mitglieder, welche den Merscheider Männerchor gründen.
Wir lesen in seinem Grüdungsprotokoll vom 9. Mai 1890 die Namen Ernst Klaas (Präsident), Carl Rüttgers (Cassierer), Robert Faßbender, Karl Weber. Vorher, am 22. April 1888 wurde bereits der Merscheider Männergesangverein "Sängerbund" gegründet. Im Jahre 1891 entstand dann noch der Merscheider Männergesangverein "Eintracht". Diese beiden Chöre existierten nicht lange und gingen schon 1893 im Merscheider Männergesangverein 1890 auf, ihr Notenmaterial befindet sich noch heute in unserem Besitz. Der Merscheider Männerchor hatte bei seiner Fahnenweihe am 10. September 1893 bei Stader in Merscheid schon die sattliche Anzahl von 150 Sängern aufzuweisen. Unter der künstlerischen Leitung von Emil Reyl aus Köln wurde aus diesem Anlaß ein Gesangswettstreit durchgeführt, der über den üblichen Rahmen dieser Veranstaltungen hinausging.
Ebenfals aus Splittergruppen des alten Merscheider Männergesangvereins entstand im Jahre 1900 der Merscheider Sängerbund, welcher jedoch nur 1 Jahr bestand. Ein weiterer Merscheider Männergesangeverein mit dem Namen "Liedertafel" gründete sich 1902.
Der verbliebene Rest des Merscheider Männergesangvereins gründete mit dem Quartettverein "Ossian" Ohligs 1893 den Städt. Männergesanngverein Ohligs, (Gründungsdatum: 11 Januar 1902).

Zu Beginn dieses Jahrhunderts bestanden somit  in Merscheid zwei Männergesanvereine, der Merscheider Männerchor 1890 und der Merscheider Männergesangverein "Liedertafel" 1902.
Wenn auch über die Tätigkeit des Merscheider Männergesanvereins aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts und dessen successive Auflösung leider keine Protokollaufzeichnungen aufzufinden sind, so ist das in Form von alten Schriftstücken  und Fotokopien von Zeitungsanzeigen zusammengestellte Material zu einer interessanten Chronik über das Merscheider Gesangsleben geworden.
Während der Männergesangverein "Liedertafel" 1902 sich überwiegend auf dem geselligen und unterhaltenden Sektor bewegte, wurden die Leistungen und Erfolge des Merscheider Männerchor 1890 richtungsweisend für das Gesangwesen im Merscheider Raum.  Künstlerisch sich schnell einen Platz an der Sonne verschaffend, besuchte er 1892 den ersten Sängerwettstreit in Poppelsdorf bei Bonn, Erfolg: 2. Preis, 2. Ehrenpreis, 2. Primeviste-Preis.

 Merscheider Männerchor 1890
Merscheider Männerchor 1890 
Liedertafel Merscheid 1902
Männergesangverein "Liedertafel" 1902 

 

 

1894 gab der Verein ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Hinterbliebenen der verunglückten "Elbe", wobei in der Nordsee mehrere hundert Menschenertranken, damals ein viel beachteter Unfall. Im selben Jahr ging es zum internationalen Sängerwettstreit nach Düsseldorf, wo unter der Leitung von Musikdirektor Emil Reyl der 2. Preis und der 1. Ehrenpreis erziehlt wurden.

Von 1896 - 1899 war Musikdirektor August Schmitz, Düsseldorf, Dirigent des Vereins, welcher durch Musikdirektor Peter Haas, Köln, abgelöst wurde. Unter Haas sang der Verein 10 Jahre. Aus dieser Zeit sind nachstehende Erfolge zu Erwähnen:
1901 Wettstreit in Gelsenkirchen, Erfolg: 3. Preis, 3. Ehrenpreis, 2. Hauptehrenpreis und 1. Startpreis.
1903 Sängerwettstreit des MGV "Concordia" Hecken in Wald/Rhld, Gegen starke Konkurenz u.a. gegen den bedeutend geltenden MGV "Arion" Velbert wurde der 1. Preis, 1. Ehrenpreis und der 1. Kaiserpreis errungen. Das Solinger Kreis- und Intelligenzblatt vom 2. Juni 1903 schreibt hierzu u.a.:
"Der Delegierte des MGV "Arion" Velbert, der in der ersten Stadtklasse sämmliche 2. Preise errungen hat, sprach sich dahin aus, daß seine Vereinsbrüder ihrem besieger, dem Merscheider Männerchor, den schönen Erfolg von Herzen gönnen. "Es wurde folgendes Telegramm vom damaligen Bürgermeister Heinrich der Stadt Wald an den Kaiser gesandt:
"An seine Majestät, den Kaiser in Berlin: nach glänzend verlaufenen Gesangswettstreit der "Concordia" Hecken in Wald (Rheinland) danken Ew. Majestät die Vertretter von 1500 Sängern untertänigst für den vom Merscheider Männerchor errungenen Kaiserpreis und erbieten in unverbrüderliche Treue echt bergischen Gruß.

Im Auftrag:
Bürgermeister Heinrich

Ab 1909 übernahm Augist Schmitz wieder die Leitung des Vereins, der inzwischen die stattliche Anzahl von 100 Sängern erreicht hatte. Unter diesem künstl. Leiter wurde jedes Jahr ein Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle in Gemeinschaft mit dem dortigen MGV "Sängerlust" Düsseldorf veranstaltet. Eins der bedeutensten Konzerte aus dieser Zeit war das Monstre - Knzert im Garten der Tonhalle am 5. August 1912. Mitwirkende waren 160 Sänger aus beiden Chören und 4 Regimentskapellen. Über 5000 Besucher und ein Reinerlös von RM 2.667,40 (Goldmark) waren der Erfolg dieses hervoragenden Konzertes.

Im selben Jahr übernahm Musikdirektor Willi Griesenbeck, Gevelsberg, die Leitung des Merscheider Männerchor 1890. Während des 1. Weltkrieges sang der der Verein ohne Unterbrechung und feierte 1915 sein 25. Stiftungsfest. Während des ganzen Krieges erhielten die Frauen der eingezogenen Sänger monatlich eine Unterstützung von RM 6,00 und für jedes Kind RM 4,00, sowie die Angehörigen der ledigen Sänger RM 6,00 aus der Vereinskasse. Dies zeugt von einem hervorragenden finanziellen Fundament des Vereins. Im Jahre 1925 wurde der letzte Sängerwettstreit in Erbach im Rheingau besucht. Erfolg: 2. Preis, 1. Ehrenpreis, 1. Höchstenpreis, außerdem errang Musikdirecktor Willi Griesenbeck den Dirigentenpreis. 

 

 

Männergesangverein "Frohsin" 1922 
Männergesangverein "Frohsin" 1922


Inzwischen hatte sich am 12. Juni 1922 ein neuer Männergesangverein mit dem Namen "Frohsinn" Merscheid gegründet. Dieser Chor setzte sich ausnahmslos aus jungen, aber sehr guten Sängern zusammen, der auch am 3. Juli 1932 unter der Leitung von Ernst Olbertz (dem späteren Kreischorleiter von Solingen) in Erkrath bei Düsseldorf einen Sängerwettstreit besuchte, wober er den 2. Klassenpreis und den 3. Egrenpreis gegen eine Konkurrenz wie MDV "Glocke" Velbert erringen konnte. Der Chor zählte 40 Sänger.

Im Jahre 1933 besuchte der MGV "Liedertafel" Merscheid einen Wettstreit in Weitersburg am Rhein. Über Erfolge ist uns nichts bekannt.

Die drei existierenden Männergesangvereine in Merscheid wurde aufgrund der damaligen politischen Verhältnisse gezwungen, sich zusammenzuschließen. Bei der Vereinigung am 20 Januar 1935 wurde der Name des alten Merscheider Männergesangvereins wieder aufgegriffen, in dem Wunsch, die allen bekannte Tradition des Vereins aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts fortzusetzten.
Zu diesem lebten noch drei Gründungsmitglieder und zwischenzeitlich Ehrenmitglieder des Merscheider Männerchors 1890, welche schon im alten Merscheider Männergesangverein gesungen hatten: Carl Rüttgers, Karl Weber und Robert Faßbender. Leider waren zu dieser Zeit keine Unterlagen über den alten Verein heranzuschaffen, sodas man dem Merscheider Männergesangverein die Jahreszahl 1890 beifügte, da ab dieser Zeit lücknlose Protokolle vorhanden waren.
Die Wahl des Chorleiter fiel zugunsten von Musikdirektor Willi Griesenbeck, Gevelsberg aus.

Willi Giesenbeck Chorleiter von 1912 bis 1950 (Ehrendirigent)
Musikdirektor Willi Griesenbeck,
Chorleiter von 1912 bis 1950,
(Ehrendirigent).

Durch die Vereinigung war wieder ein stattlicher Chor (1.Proe: 132 Sänger) mitnur einem Dirigenten existenzfähig. Die chorischen und finanziellen Erfolge blieben nicht aus. Zum ersten großen Konzert am 2. November 1935 hatte man den großen Marschkönig H.L. Blankenbur aus Wesel engagiert, es war ein überwältigender Erfolg.
Die Konzertreihe wurde jährlich fortgesetzt. Dabei wurde auch der gesellige Teil nicht vergessen.
Vor allen Dingen bleibt die große Vereinsfahrt vom 16. bis 17. Juli 1938 mit der Besichtigung des Luftschiffes "Graf Zeppelin" in der Luftschiffhalle Frankfut/Main und des herrlichen Palmengartens in steter Erinnerung. Weiterhin ist ein Konzert mit dem Leigedanken "Musikdirektor Willi Griesenbeck 25 Jahre bei den Merscheidern" zu erwähnen.
Der 2. Weltkrieg ließ die Aktivitäten leider wesentlich erlahmen. Trotzdem konnte am 3. November 1940 eine würdige zeitgemäße Morgenfeier anl. des 50-jährigen Bestehens (basierend auf dem Gründungsjahr 1890) veranstaltet werden. Auch die Proben konnten glücklicherweise die ganze Kriegszeit hindurch fortgesetzt werden, dank des unermüdlichen Einsatz eines Willi Griesenbeck, der trotz Flieger- und Bombengefahr stets eine Möglichkeit zu seiner Fahrt von Gevelsberg nach Merscheid fand.
Nach dem Krieg, in den Jahren 1946-48 stand der Chor zeitweise unter der Leitung von Musikdirektor Werner Saam und Musikdirektor Otto Faßbender, welche beide aus Meerscheid stammen und sich dem Chor verbunden fühlten. Wir konnten deshalb bereits am
22. April 1946 unser erstes Nachkriegs-Konzert in der Ohligser Festhalle feiern. Von 1949-1950 lag die Chorleitung wieder in den Händen unseres bewährten Chorleiters (inzwischen auch zum Ehrendirigenten ernannt), Musikdirektor Willi Griesenbeck, der ab 1951 aus gesundheitlichen Gründen unserem Verein nicht mehr musikalisch vorstehen konnte und den wir am7. März 1952 in Gevelsberg zu Grabe trugen. Das Band einer langer Sängerkameradschaft wurde durch den Tod getrennt.

 

 

Im Januar 1951 erfolgte die Berufung von Musikdirektor Bernhard Bittscheid, Essen, zum neuen Chorleiter. Mit dem hervorragenden Musikpädagogen konnten wir nahtlos an die früheren musikalischen Erfolge anknüpfen.
Ein bedeutendes Ereigniss für Merscheid war der Besuch des holländischen Männergesangverein "AURORA" Utrecht vom 26.-28. Juli 1952, der ganz im Zeichen der Verbrüderung mit unserem ehemaligen Gegner im Kriege stand. So konnte auch anl. der schweren holländischen Flutkatastrophe vom Februar 1953 eine große Sachspende in Form von Solinger Stahlwaren durch den Vereinsvorstand in Utrecht übergeben werden, welche in dortigen Regierungskreisen und der Presse beachtlichen Widerhall fand. Vom 12. bis 14. September 1953 erfolgte der Besuch unseres Chores in Utrecht,  wo wir mit großer Herzlichkeit empfangen wurden. Ein Konzert im dortigen Konzertsaal "Tivoli" war der eigentliche Höhepunkt unserer Reise, die mit 116 aktiven Sängern nebst Frauen gestartet wurde. Die verbindung zu diesem holländischen Verein sollte auch so schnell nicht abreißen und so trafen die Freunde vom MGV "AURORA" Utrecht im September 1954 eine weitere Reise zu uns an. In die Kette der vielen musikalischen Höhepunkte unter der musikalischen Leitung von Herr Musikdirektoer Bittscheid sei auf folgende hingewiesen:

Musikdirektor Bernhard Bittscheid Chorleiter von 1951 bis 1974 (Ehrendirigent)
Musikdirektor Bernhard Bittscheid,
Chorleiter von 1951 bis 1974,
(Ehrendirigent).

 

 

1954
Frühjahrskonzert mit dem Merscheider Musikverein, Ltg. Rudolf Hölterhoff, Merscheid, im Kaisergarten, Merscheid.
1954
Herbstkonzert mit dem sädt. Orchester, Solingen, Ltg. Mus.-Dir. Wrner Saam, im Kaisergarten, Merscheid.
Mai/1956
Im Mai 1956 Weilt der MGV "Freundesbund" Erbach/Rheingau 3 Tage zu Gast in Merscheid. Es ist noch eine  alte Verbindung aus der Zeit des erfolgreichen Abschneidens beim Sängerwettstreit im Jahre 1925. Ein Besuch, der von uns bereits im Sommer 1950 in Erbach abgestattet wurde, sollte hiermit erwiedert werden.
Okt./1956
Konzert mit dem Kammersänger Josef Metternich, am Flügel: Mus.-Dir. Werner Saam, im Kaisergarten, Merscheid.
1957
Konzert mit Kenneth Spencer, am Flügel: Mus.-Dir. Eduard Martini, im Kaisergarten, Merscheid.
April/1959
Gemeinschaftskonzert mit dem MGV "Eintracht" Solingen Kotten, Ltg. Mus.-Dir. Ernst Olbertz, dem Kammermusiktrio, Solingen mit den Musikern Hans Ernen, Werner Saam, und Willy Gareis im Kaisergarten Merscheid.
Dez./1960
Sängerehrung für Richard Peiniger, welcher 60 Jahre als aktives Mitglied im Merscheider Männergesangverein wirkte und welchem hierfür die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde.
Jan./1961
Gemeinschaftskonzert mit dem Löhdorfer Männerchor e.V. 1889, Ltg. Mus.-Dir. Rudolf Müller, Solngen und dem weltberühmten "Schwarzmeer -Kosaken -Chor" in der Festhalle, Solingen-Ohligs.
1962
Gemeinschaftskonzert mit dem Löhdorfer Männerchor e.V. 1889, Solistin: Elfi Mayerhofer, in der Festhalle Solingen-Ohligs.
1964
Herbstkonzert mit Werner Hollweg in der Aula der Geschw. Scholl-Schule, Solingen -Ohligs.
1965
3-tägige Vereinstour zum MGV "Germania" Weidach/Coburg, der Gegenbesuch erfolget 1968.
Nov./1965
Feierlichkeit zum 100-jährigen Jubiläum in der Turnhalle des Merscheider Turnverein 1878 mit 12 Chören der Arbeitsgemeinschaft Ohligser Gesangvereine in der Sängervereinigung Solingen. Sämtliche, hauptsächlich von unserer Vereinsjugend zusammengetragenen Dokumente über unsere Vereinsgeschichte wurden in 3 Instanzen geprüft, ihre Rechtmäßigkeit wurde annerkannt.
Juni/1966
Verleihung der Zelterplakette auf Schloß Burg durch Staatssekretär Dr. Kohlhaas in Vertretung des Mnsiterpresidenten von NRW
Jan./1967
In der nach gründlicher Renovierung wieder eröffneten Festhalle Solingen-Ohligs, feierten wir anl. unseres 100-jährigen Bestehens ein großes Freundschaftsingen in Zusammenarbeit mit allen Chören der Arbeitsgemeinschaft Ohligser Gesangvereine in der Sängervereinigung Solingen unter Mitwirkung von Werner Hollweg.
Okt./1971
Unser Sangesbruder und Ehrenmitglied Richard Peiniger wurde für 71 Jahre Singetätigkeit mit der höchsten Auszeichnung des DSB, der "Verdienstmedallie in Gold" ausgezeichnet.
Mai/ 1974
Anl. der 600-Jahr-Feier der Stadt Solingen wirkten wir an verschiedenen Veranstaltungen mit: "Bunter Abend" des Heimat- und Verkehrsvereins Merscheid in der Turnhalle des Merscheider Turnverein. "Volksfest" auf dem Heinz-Peters-Platz in Merscheid, "Einer gegen alle", Hörfunksendung des WDR mit Hans Rosenthal, an der ev. Kirche in Merscheid.
Aug./1974
Im August 1974 legte unser Chorleiter, Mus.-Dir. Bernhard Bittscheidt nach 23-jährigem Dirigat aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock aus der Hand. Im ev. Gemeindezentrum, Merscheid, wurden in einer Feierstunde die Verdienste dieses hervoragenden Chorleiters gewürdigt, der nicht nur für die Merscheider, sonden auch für den Chorgesang in Solingen und Umgebung Unvergessliches geleistet hat. Musikdirektor Bittscheid wurde anl. der Feierstunde zum Ehrendirigenten des Merscheider Männergesangvereins ernannt. Am 28.07.1975 verstarb Bernhard Bittscheidt, ein großer Musikpädagoge, dem der Chorgesang Lebensinhalt war. Nach dem Rücktritt Bittscheidts war es sehr schwer, wieder einen geeigneten Chorleiter zu bekommen. Es dauerte einige Jahre bis Mitte 1976 in Harald Rummler, Solingen, einen neuen Dirigenten fand. Jetzt konnten wir wieder mit Konzerten und geselligen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit tretten.
Aug./1974
Uraufführung "Der 13. Psalm" für Soli, Männerchor , Frauenstimmen und Orchester von Wrener Trenker, im Konzertsaal, Solingen.
Apr./1978
Gemeinschaftskonzert "Merscheider singen und spielen für Merscheider" mit dem Kirchenchor "Cäcilia" , Merscheid, Ltg. Helmut Baumeister, dem ev. Spielkreis Merscheid, Ltg. Detlec Seifert, Solisten: Marcio Takahaschi, Sopran, in der kath. Kirche Merscheid.
1979
1979 wurde ein weitere Chorleiterwechsel aus gesundheitlichen Gründen notwendig. Wir verpflichtetej Herrn Michael Beck, Wuppertal. Unterseiner Leitung übernahmen wir im September 1981 die musikalische Ausgestaltung der "Zöppkes-Mahlzeit" im Clemenssaal Solingen.
Wenn auch die Serie der folgenden Veranstaltungen nicht vollständig wiedergegeben werden kann, möchten wir doch auf einiges hinweisen:
Dez./1982
Wohltätigkeitskonzert in der kath. Kirche, Merscheid, zugunsten der Lebenshilfe, Werkstatt für Behinderte unter der Mitwirkung des "Bergischen Streichquartets", Frauenchor Wuppertal-Vohwinkel, MCH. Remscheid-Großberghausen uns als Solist: Gheorge Emil Crasnatu, Bass, vonn der Staatsoper Wiesbaden.
20.-27. Mai/1982
Große Konzertreise nach Siebenbürgen/Rümänien mit Auftritten und Konzerten in Sibiu (Hermannstadt), in der dortigen ev. Pfarrkirche, in Alba Julia (Carelsburg), in Brasoc (Kronstadt) u.a. in der weltberühmten "Schwarzen Kirche", in Ploiesti und in Bukarest mit einem Gemeinschaftskonzert  mit einem rumänischen gem. Chor. Einen erlebnisreichen Abstecher machten wir nach Girbova (Urwegen), dem Heimatsort unseres Chorleiters Michael Beck.

 

122. Stiftungsfesr 1983 in der Festhalle Solingen - Ohligs 

122. Stiftungsfest 1983 in der Festhalle Solingen - Ohligs

 

 

 

Die Reihe der Veranstalltungen riß in den letzten Jahren nicht ab. Wohltätigkeitskonzerte, huptsächlich zugunsten der "Lebenshilfe für geistig Behinderte" folgten Tanz- uns Unterhaltungsabende oder auch gesellige Stunden mit unseren Fraen und Freunden des Vereins.

Nicht zuletzt sei auf die unzähligen musikalischen Beiträge und Veranstaltungen hingewiesen, zu denen wir von unseren Freunden in Merscheid und Umgebung immer wieder eingeladen werden und denen wir im Sinne einer guten Nachbatschaft, gerne nachkommen. Seien es Schützenfeste des Merscheider Schützenvereins 1891 e.V, Stiftungsfeste des Merscheider Turnvereins 1878 corp., Sommerfeste der KG Prinzengarde "Blau-Gelb" Ohligs, Weihnachtsbasare der ev. Kirchengemeinde, Merscheid, Pfarr- und Sommerfeste der Kath. Kirchengemeinde, Merscheid, oder auch die Feierstunden zum Volkstrauertag am Ehrenmal der ev. Friehofes in Merscheid, die vom Heimat und Verkehrsverein Merscheid ausgerichtet werden.
In diesem Sinne wollen wir die Tradition unserer Gründer fortsetzten. Möge doch auch die Jugend wieder zum Gesang finden und unsere Reihen stärken, sodaß der Merscheider Männergesangverein 1861 auch über das 20. Jahrhundert hinaus bestehen wird.

Kai/Rü

Merscheider Männergesangverein 1861 e.V. im Jubiläumsjahr 1986
Merscheider Männergesangverein 1861 e.V im 125. Jubiläumsjahr 1986

 

Fortsetzung folgt...

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